Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den deutschen Immobilienmarkt 


Die Covid-19-Pandemie macht auch vor dem deutschen Immobilienmarkt nicht Halt. Bereits zu diesem Zeitpunkt sind einige Folgen der Krise zu spüren. Vor allem einige Teilmärkte wie etwa die Wirtschaftsimmobilien in den Bereichen Einzelhandel, Hotellerie, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen sind stark betroffen. Weiterhin kann die Ausweitung der Kurzarbeit oder die steigende Zahl an Arbeitslosen dazu führen, dass immer mehr Menschen ihre Miete nicht mehr zahlen können, was unmittelbare Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt haben wird.

Die Langzeitfolgen sind zu diesem Zeitpunkt schwer abzusehen. Viel hängt davon ab, inwieweit sich die Corona-Pandemie eindämmen lässt, wie lange bestimmte Einschränkungen andauern und welche konkreten wirtschaftlichen Folgen sich ergeben. Bereits jetzt gehen die Experten von schweren wirtschaftlichen Folgen aus. Die Exporte sind bereits um fast ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen, es gibt ein Rekordhoch bei der Zahl an Kurzarbeitern, ein erster Rückgang bei der Zahl der Erwerbstätigen ist ebenfalls zu erkennen. Die Bundesregierung hat bereits Summen in Milliardenhöhe an Notkrediten für Unternehmen ausgegeben, die durch die Covid-19-Pandemie in eine Schieflage geraten sind. Bestes Beispiel hierfür ist die Lufthansa. Auch das BIP ist bereits von der Krise betroffen. Es ist der stärkste Rückgang seit der Finanzkrise von 2009 zu erkennen.

Dennoch ist es Stand heute zu früh, um seriöse Aussagen zu treffen, inwieweit sich die Krise nachhaltig auf den deutschen Immobilienmarkt auswirken wird. Dies hängt an mehreren Faktoren und liegt auch in der Komplexität dieses Marktes begründet. In den vergangenen Jahren wurde der Markt insbesondere durch das niedrige Zinsniveau begünstigt. Zudem ermöglichten fehlende Anlagealternativen sowie ein stetiges Bevölkerungswachstum, insbesondere im urbanen Raum das Wachstum des Immobilienmarktes. Generell sind dies Faktoren, auf die die derzeitige Coronakrise negative Auswirkungen haben kann. Niemand kann abschätzen, ob das Zinsniveau weiterhin so niedrig sein wird wie bisher. Auch ist es fraglich, ob Immobilien weiterhin als Anlageoption in Erwägung gezogen werden oder ob durch die Krise nicht andere Optionen attraktiver werden. Viele Menschen werden aufgrund der wirtschaftlichen Folgen auch sicherlich nicht mehr so investitionsfreudig sein wie zuvor. Investitionen werden vor allem in diesem Moment erst einmal ausgesetzt und nach hinten geschoben. Ob sich diese Entwicklung mittel- oder langfristig umkehrt ist schwer abzusehen.

Auch der Wohnungsmarkt selbst ist natürlich stark von der Krise betroffen. Wohnungssuchende und diejenigen, die für einen Hauskauf in Frage kommen, haben ihre Überlegungen in vielen Fällen erst einmal auf Eis gelegt. Entweder, weil ihnen nun plötzlich die Finanzkraft oder aber, weil die derzeitige Situation einfach zu unsicher ist.

Etwas Hoffnung mag vielleicht der Vergleich zur Finanzkrise von 2008 geben. Während damals ebenfalls das BIP sank, stagnierte die Mieten, anstatt ebenfalls zu fallen. Dieser Trend könnte nun ebenfalls einsetzen, abhängig davon, wie lange die Krise anhalten wird und welche konkreten Auswirkungen noch auf uns zukommen werden. So kann es kurzfristig durchaus dazu kommen, dass bestimmte Vermieter ihre Wohnungen eher leerstehend lassen wollen, als ihre Mieten zu senken.

Im Endeffekt lässt sich momentan nur sagen, dass sehr vieles davon abhängt, inwieweit sich die Krise eindämmen lässt und welche Folgen daraus resultieren. An einem schnellen Weg zurück zur Normalität ist schließlich nicht nur der Immobilienmarkt interessiert. 



 
 
 
 
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